Grundlagen

ECM steht für einen elektrochemischen Bearbeitungsprozess, der das Prinzip der anodischen Auflösung nutzt um Werkstücke in einem elektrisch leitenden Medium zu bearbeiten, dem sog. Elektrolyt. Mittels ECM können hohe Abtragraten ohne Werkzeugelektrodenverschleiß, wie zB. beim Erodieren üblich, erreicht werden.

Schon im Jahre 1832 beschäftigte sich der engl. Naturforscher Michael Farraday mit der Elektrolyse. Aus seiner Forschung heraus entstanden die uns heute bekannten farraday'schen Gesetze auf dem das ECM-Verfahren baut. Unter Elektrolyse versteht man die Aufspaltung einer chemischen Verbindung unter Einwirkung des elektrischen Stroms.

Beim elektrochemischen Abtragen wird ein positiv gepoltes Werkstück(Anode) in einem Elektrolyt durch Anlegen einer Spannung aufgelöst. Dadurch können Metalle durch eine negativ gepolte Elektrode(Kathode) gezielt aufgelöst werden.

Ein wesentliches Merkmal des ECM-Verfahrens ist der fehlende Kontakt zwischen Werkzeug(Kathode) und Werkstück(Anode). Somit werden keine mechanischen Kräfte übertragen und unser Werkstück bleibt in seiner Grundstruktur unverletzt, da nur einzelne Atome aus dem Gitterverband gelöst werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist es, dass die Elektrode nicht verschleisst, da der Werkstoffabtrag, der zur Elektrode fließt durch einen ständigen Elektrolytfluss herausgespült wird.

Es lassen sich nahezu alle leitfähigen Metalle auflösen. Ausnahme bilden hier bestimmte Edelmetalle wie zB. Gold, Platin etc.

Um einen sicheren Prozess zu gewährleisten, benötigt man eine sog. Applikation, ein Aufspannwerkzeug um Elektrode und Werkstück in der Maschine genau zu positionieren und um den Prozess sicher zu gestalten. Bei der Auslegung der Applikation ist viel Know-how gefragt, da das Verfahren viele Einflussfaktoren mit sich bringt.

Auf den nächsten Seiten erläutern wir Ihnen das Verfahren. Am einfachsten ist natürlich Ihnen das Verfahren anhand seiner Praxis zu demonstrieren.

 

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